
Die Marketingabteilungen sind ständig auf der Suche nach neuen Wegen, um die Aufmerksamkeit der Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewinnen. Nachdem sich seit Jahren viele Aktivitäten auf Social-Media und das Netz verlagert haben, könnte das gute alte Mailing wieder an Bedeutung gewinnen.
Mal ehrlich: „Wann haben Sie das letzte Mal einen Brief bekommen, der nicht vom Finanzamt ist?“ OK, das ist jetzt etwas übertrieben, aber die Anzahl der Werbebriefe hat massiv nachgelassen. Die Aufmerksamkeit für den einzelnen Brief im Postkasten steigt also allein schon aus statistischen Gründen. Wenn man jetzt noch den Offline-Ansatz mit dem Besuch der Internetseite kombinieren könnte, wäre das doch optimal.
Hier kommt die Near Field Communication (NFC) ins Spiel. Bei NFC handelt es sich um eine drahtlose Kommunikationstechnologie mit kurzer Reichweite, die es Geräten ermöglicht, Daten auszutauschen. Die Technologie gibt es schon seit über zehn Jahren, aber in den letzten Jahren hat sie durch die Verbreitung von Smartphones und die steigende Nachfrage nach nahtlosen und bequemen digitalen Erlebnissen erheblich an Bedeutung gewonnen.
NFC-fähige Smartphones sind mittlerweile allgegenwärtig, und die Verbraucher nutzen sie, um Zahlungen vorzunehmen, auf Informationen zuzugreifen und mit ihrer Umgebung zu interagieren. Grund genug, einen Gedanken daran zu verschwenden, die kleinen Chips in die Werbestrategie aufzunehmen. Ich bin mit dem Postmailing eingestiegen. Das ist natürlich nur eine Möglichkeit, die Chips einzusetzen.

Anwendungen der NFC-Technologie in der Werbung
Die NFC-Chips lassen sich als Aufkleber auf eigentlich jedem Werbemittel aufbringen oder direkt integrieren. Im Vorbeigehen können diese mit dem Smartphone gescannt werden und sofort auf digitale Inhalte wie Videos, Websites oder Social-Media-Profile verlinken. Auf diese Weise können Marken den Verbrauchern zusätzliche Informationen, Werbeaktionen oder Rabatte anbieten und ein intensiveres und interaktiveres Erlebnis schaffen.
- “intelligente“ Poster
- NFC-fähige Schilder
- digitale Visitenkarten
- Flyer und Broschüren
- Werbegeschenke (Kugelschreiber, Schlüsselanhänger
- POS-Displays
- Badges oder Armbänder
Wie kommen die Infos auf den Chip?
Die Werbemittelhersteller bieten gegen einen geringen Aufpreis an, die Chips zu codieren. Wenn Sie flexibler agieren wollen, können Sie auch wiederbeschreibbare Produkte erwerben, die mit einem Smartphone selbst codiert werden kann. Hierzu gibt es zahlreiche Apps, die einfach in der Anwendung sind.
Praxisbeispiele
Briefe von Versicherungsunternehmen sind meist langweilig und wenig anregend zu lesen. Ein integrierter NFC-Chip lädt ein, sich die wichtigsten Änderungen der AGB in einem Video erklären zu lassen. Darunter finden sich FAQs.
Ein Modehändler zeigt den Kundinnen und Kunden Videos von der neuen Kollektion, die über NFC-fähige Plakate aufzurufen sind oder übermittelt einen Rabattcode für den nächsten Einkauf.
Auf dem Messestand werden die ausgestellten Geräte und Produkte mit kurzen Filmen erklärt sowie weitere Informationsmaterialien zum Download angeboten. Anschließend wird eine Seite aufgerufen und zu einem Termin oder zur Newsletteranmeldung eingeladen.
Im Supermarkt gibt es weiterführende Produktinformationen, die Registrierung zum „Rezept des Tages“ oder Tutorials zur Hautpflege.
Mein Fazit
Ich bin überzeugt, dass die NFC-Technologie wieder neuen Wind in die Werbung bringt und die Offlinewerbemaßnahmen sinnvoll mit den Online-Auftritten verbinden kann. Hier gilt es die Brücke zu schlagen, und zwar nicht nur bei den Kundinnen und Kunden, sondern auch in den Marketingabteilungen, die hierzu disziplinübergreifende Strategien entwickeln müssen.
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