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arthur rimbaud: le bateau ivre :: französisch-deutsche lesung in klangräumen

 

 

 

 

 

Projektbeschreibung

 

„Le Bateau ivre: französisch-deutsche Lesung in Klangräumen“

Das 25-strophige Gedicht „Le Bateau ivre“, das Arthur Rimbaud als Siebzehnjähriger schrieb, gilt als erster lyrischer Aufbruch in die Moderne. Es beschreibt mit bis dahin nicht gehörter Sprachkraft und ekstatischen Visionen die Reise eines Schiffes aus „gezähmten“ Gewässern ins ungeheure, offene Meer, - und seinen Untergang.

In unserem Musik- und Textprojekt versuchen wir, uns diesem Text anzunähern und ihm einen neuen Ausdruck zu geben - auf verschiedenen Ebenen. Zum einen durch eine für das Projekt neu enstandene Übertragung ins Deutsche (Dieter Koller), entsprechend dem poetologischen Credo von Rimbaud: „Man muss absolut modern sein“. Bis in jüngster Zeit standen nur Übertragungen zur Verfügung, die entweder aus dem deutschen Expressionismus oder der Nachkriegszeit stammen. Der Text wird von zwei verschiedenen Sprechern auf Deutsch und Französisch gelesen.

Zum andern werden der Lesung zwei akustische Ebenen zugesellt: im Hintergrund erklingt während der ganzen Aufführung eine vierspurige Mischung aus „Weltgeräuschen“, d.h. einer möglichst breit gefächerten Sammlung von über 300 Geräuschen aus Natur und Kultur (wie z.b. Wettersituationen, Meeresbrandung, Erdbeben,Vulkanbrodeln, Tierstimmen, oder Geräusche aus Haushalt, Industrieproduktion, Verkehr, menschlichem Beisammensein, Krieg und Katastrophen, Ritualen etc.). Über dieser Geräuschspur entwickeln sich die improvisatorischen „Klangräume“ der vier Instrumente: Flöte, Kontrabass, Schlagwerk und E-piano. Für jeweils ein bis vier Strophen des Textes hat das Ensemble spezielle Klangräume erarbeitet, deren Abläufe und Grundstimmung grob skizziert aber nicht festgelegt sind; es ereignet sich also jedesmal Anderes. Deswegen erfordert jede Aufführung ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Bezogenheit in der Gruppe.

Hinzu kommen Inszenierungen auf der optischen Ebene: das Ensemble spielt auf einer schwarzen Fläche inmitten des Publikums, die ein Schiff symbolisieren könnte (die Lautsprecher stehen auf Masten...); aus dem Ensemble heraus entsteht während der Performance eine Lichtdramaturgie (Peter Hug), die die „Bühne“ der verschiedenen Klangräume unterschiedlich gestaltet bzw. eine große (Welt-, Mond-, Licht-) Kugel illuminiert, die über der Inszenierung schwebt. Dieses ruhende und unbewegte „Weltlicht“ ist die Gegenfigur zu den permanent sich verändernden „Weltgeräuschen“. Während der Text in der Performance Strophe für Strophe auf deutsch und französisch erklingt (in unterschiedlichen Kombinationen, manchmal abwechselnd, manchmal auch synchron), ist er aber auch als Ganzes ständig im Raum vorhanden: auf einer Leinwand von ca. 2,50m x 20m ist der deutsche Text gedruckt und quasi „zeitlos“ wie ein Bild präsent.

Mit all diesen Elementen wird versucht, einen andere poetologische Grundfigur Rimbauds umzusetzen, die „Deregulierung aller Sinne“, also gewissermaßen eine Annäherung an die Synaesthesie zu erzeugen (wie Rimbaud es auch in seinem Text „die Farben der Vokale“ zeigt).

Die Aufführung dauert ca eine Stunde und 30 Minuten (keine Pause). Die Inszenierung erfordert einen großen, leeren Raum (mindestens 4m Höhe, mit Verdunkelungsmöglichkeit), Bestuhlung und Stromanschluß.

Das Ensemble ArtTour hat dieses Projekt im laufe von zweieinhalb Jahren entwickelt; eine derartige Aufführung dieses Textes gibt es unseres Wissens noch nicht. Wir begreifen diese Arbeit als ein „project in process“, es unterliegt einem dauernden Wandel. Möglicherweise gelingt es, Sponsoren zu gewinnen, um die technische Ausrüstung für diese Inszenierung zu optimieren.

 

M i t w i r k e n d e :

Peter Hug, Sprecher (französisch), Licht-Technik: Schauspielausbildung in der Schweiz, Atelier für Lichtgestaltung in Tübingen.

Dieter Koller, Sprecher (deutsch), E-Piano: Mitwirkung in verschiedenen Kulturprojekten im Bereich Musik-Text-Theater, als Texter, Komponist und Musiker.

Chris Portele, Schlagwerk, Audio-Technik: engagiert in verschiedenen Musikprojekten in den Bereichen Weltmusik und Jazz, Konzert- und Lehrtätigkeit.

Ulrike Klamp, Kontrabass: vielfältige Konzert- und Unterrichtstätigkeit im In- und Ausland.

Reinhold Wolf, Querflöte: Auftritte in verschiedenen Formationen im Bereich Klassik und Jazz, Mitwirkung an Kulturprojekten im Bereich Text/Musik.

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