BAP Job-Navigator 06/2022

"Suchmedien" / Aktuelle Analyse: Fast 60 Prozent aller Stellenanzeigen wurden in Online-Jobbörsen veröffentlicht

Berlin (ots) -

HR-Verantwortliche in Unternehmen stellen ihr Recruiting immer breiter auf. Denn eine Stellenanzeige auf der Firmenwebsite zu platzieren, reicht schon lange nicht mehr aus, um qualifizierte Bewerbungen zu erhalten. Bei der Anzeigenschaltung ist im Zeitalter des FachkrĂ€ftemangels stattdessen Multiposting gefragt. Infrage kommen neben der firmeneigenen (Karriere-)Website auch Printmedien, Online-Jobbörsen, die Business-Netzwerke Linkedin und Xing sowie das Stellenportal der Bundesagentur fĂŒr Arbeit.

Wo Arbeitgeber im Mai die meisten Stellenanzeigen geschaltet haben und welche KanĂ€le sie fĂŒr bestimmte Berufsgruppen und Hierarchiestufen prĂ€ferierten, erfahren Sie im aktuellen BAP Job-Navigator.

Online-Jobbörsen dominieren den Stellenmarkt

Der deutsche Wirtschaftsmotor brummt. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen aller Branchen und GrĂ¶ĂŸen suchen deshalb hĂ€nderingend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Mai schrieben rund 233.000 Arbeitgeber deutschlandweit fast 2 Millionen Stellenanzeigen aus. Von Online-Jobbörsen versprachen sie sich die grĂ¶ĂŸte Reichweite. Denn fast 57 Prozent ihrer Stellenanzeigen schalteten personalsuchende Firmen im Mai auf Stepstone, Monster und anderen reichweitenstarken branchenspezifischen Jobportalen. 26 Prozent der Jobinserate veröffentlichten sie im Stellenportal der Bundesagentur fĂŒr Arbeit und 11 Prozent auf Firmenwebsites. Auf Xing und Linkedin wurden zwar nur 4 Prozent der Stellenanzeigen ausgeschrieben. Die beiden Business-Portale werden aber von Recruitern verstĂ€rkt beim Active Sourcing, der proaktiven Ansprache von Kandidatinnen und Kandidaten, genutzt. Eine zumindest quantitativ geringere Rolle in der Anzeigenschaltung spielen die Printmedien, wo lediglich 2 Prozent der Jobangebote inseriert wurden.

Anzeigenmedien variieren stark je nach Berufsgruppen

Mit Blick auf die einzelnen Berufsgruppen wird die unterschiedliche Bedeutung der Schaltmedien deutlich. Auf Online-Jobbörsen wurden ĂŒber 64 Prozent aller Stellenausschreibungen fĂŒr FachkrĂ€fte im Hotel- und Gastgewerbe veröffentlicht - der Spitzenwert im Vergleich zu anderen Berufsgruppen. An zweiter und dritter Stelle stehen Jobinserate fĂŒr Werbefachleute mit fast 64 Prozent und Projektmanager mit rund 63 Prozent. Den geringsten Anteil bei den digitalen Jobportalen verzeichneten Stellenausschreibungen fĂŒr Bauarbeiter und Handwerker mit immerhin noch 46 Prozent.

Der Anteil von Firmenwebsites an allen Suchmedien liegt zwischen mehr als 15 Prozent bei Stellenanzeigen fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte und 7 Prozent bei Jobinseraten fĂŒr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotellerie. Besonders starke Abweichungen gibt es bei der Anzeigenschaltung im Stellenportal der Bundesagentur fĂŒr Arbeit. Fast 42 Prozent aller Stellenanzeigen fĂŒr Bauarbeiter und Handwerker wurden hier geschaltet, gefolgt von Jobinseraten fĂŒr technische FachkrĂ€fte wie Ingenieure und Architekten (37 Prozent) und Logistikern (32 Prozent). Am seltensten wird die Bundesagentur fĂŒr Arbeit hingegen fĂŒr die Stellenausschreibungen fĂŒr Werbefachleute genutzt (12 Prozent).

Xing und Linkedin spielen bei der Anzeigenschaltung im Consulting-Bereich und fĂŒr IKT-FachkrĂ€fte mit jeweils rund 10 Prozent die grĂ¶ĂŸte Rolle. Ebenfalls hohe Anteile verzeichnen die beiden Business-Portale im Anzeigenmix fĂŒr Werbefachleute und BeschĂ€ftigte im Bereich Forschung und Entwicklung mit 8 Prozent.

Die meisten Stellenanzeigen in Printmedien wurden von den Arbeitgebern hingegen fĂŒr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie BeschĂ€ftigte im Bereich Aus- und Weiterbildung mit einem Anteil von 3,7 Prozent an allen Anzeigen geschaltet. Auch in der Berufsgruppe Rechts- und Steuerwesen wurden Print-Anzeigen ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig genutzt (3 Prozent).

Schaltmedium hÀngt auch von Qualifikationsprofil ab

Der Qualifikations- und Hierarchielevel spielt bei der Wahl des geeigneten Mediums fĂŒr die Veröffentlichung einer Stellenanzeige ebenfalls eine Rolle. So wurden fast 5 Prozent der Jobinserate fĂŒr ungelernte ArbeitskrĂ€fte in Printmedien geschaltet. Bei den AusbildungsplĂ€tzen lag der Anteil bei beachtlichen 4 Prozent. Es ist zu vermuten, dass Arbeitgeber damit eher die Eltern von Ausbildungsplatzsuchenden ansprechen als die NachwuchskrĂ€fte selbst, die als Digital Natives in der virtuellen Welt zu Hause sind. FĂŒr die digitalaffinen Young Professionals lag der Anteil mit 0,4 Prozent hingegen im statistisch kaum noch messbaren Bereich.

Auch bei den Online-Jobbörsen zeigen sich deutliche Unterschiede. Hier reicht das Spektrum von 76 Prozent bei Stellenausschreibungen fĂŒr Praktika und Studentenjobs bis zu 49 Prozent bei Stellenanzeigen fĂŒr gewerbliche FachkrĂ€fte. Große Abweichungen gab es auch bei der Anzeigenschaltung im Stellenportal der Bundesagentur fĂŒr Arbeit. So wurden 40 Prozent aller Stellenanzeigen fĂŒr gewerbliche FachkrĂ€fte, aber lediglich 3 Prozent der Jobinserate fĂŒr Praktika und Studentenjobs dort ausgeschrieben.

Der Anteil von Xing und Linkedin am Anzeigenmix ist bei FachkrĂ€ften mit Berufsausbildung (14 Prozent) besonders hoch. Gewerbliche FachkrĂ€fte werden ĂŒber die beiden Karriere-Netzwerke hingegen selten gesucht. Dasselbe gilt bei gewerblichen FachkrĂ€ften (8 Prozent) und ungelernten ArbeitskrĂ€ften (7 Prozent) mit Blick auf Firmenwebsites. Auf Vorstandsebene (19 Prozent) und bei Bereichs- und Hauptabteilungsleitern (18 Prozent) spielen die firmeneigenen Karriereportale im Vergleich zu anderen Schaltmedien eine weitaus grĂ¶ĂŸere Rolle.

Über den BAP Job-Navigator

Der BAP Job-Navigator wertet monatlich die Stellenangebote aus 199 Printmedien, 263 Online-Jobbörsen, mehr als 40.000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur fĂŒr Arbeit aus. Im Mai 2022 wurden insgesamt 1.976.194 Stellenanzeigen von 232.931 Unternehmen analysiert. FĂŒr die aktuelle Auswertung wurden dabei alle veröffentlichten Stellenanzeigen betrachtet, d. h. es wurden auch mehrere Anzeigen fĂŒr eine vakante Position gezĂ€hlt.

Über den BAP

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) ist die fĂŒhrende Interessenvertretung der Personaldienstleistungs- und Zeitarbeitsbranche in Deutschland. Im BAP sind ca. 1.800 Mitglieder organisiert. Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.

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